Umgang mit schwierigen O-Ton-Bedingungen am Set und in der Tonpostproduktion

Inhalt:

Am Set und in der Postproduktion haben sich die Bedingungen für den O-Ton in den letzten 10-15 Jahren deutlich verändert, und damit auch die Arbeit der Settonmeister, Dialog-Editoren und Mischtonmeister.
Nicht nur die Tatsache ist schwierig, dass grundsätzlich mit 8 und mehr Dialogspuren (2xMix, 2xBoom, 4-8xAnsteckmikrofone etc.) gearbeitet wird, sondern auch dass man sich zunehmend mit Unruhe am Set und generell lauteren Zivilisations- und Umwelteinflüssen (Flugverkehr, Straßenverkehr, Industrie-Lärm, Wind, Regen, Brandung etc.) konfrontiert sieht. Die Dreh-Zeit ist teuer und knapp. Das zu drehende Pensum an einem Tag wird daher durch die Produktionen und den Anspruch der Regie mehr und mehr erweitert. Durch den mittlerweile üblichen Mehr-Kamerabetrieb ist es meist nicht möglich, das Angel-Mikrofon für eine Close-Einstellung nah genug zu positionieren, und oftmals entfallen Umbaupausen, in welchen beispielsweise raschelnde Anstecker optimaler eingebaut werden könnten. Straßen werden nicht mehr gesperrt, und durch die Digitaltechnik ist es auch günstig geworden, statt einem oder zwei vernünftigen Takes eher 8-10 zu drehen - und wenn’s einfach noch einer zur Sicherheit ist. Summende Stabilisatoren der dritten Handkamera, Drohnenflüge knapp oberhalb der oberen Bildkante bis hin zu Regieansagen und hörbaren Team-Geräuschen (z.B. Steadycam-Operator mit 3D-Rig) im laufenden Take sind beinahe an der Tagesordnung. Die Disziplin am Filmset hat abgenommen und das ist definitiv zu hören. Die Setups, bei denen alle am Set beteiligten Departments ihre Arbeit optimal verrichten können, sind selten.
Wir möchten mit einigen Aufnahme-Beispielne zeigen, in welchen Situationen der Einsatz eines Mikrofons wie dem SuperCMIT am Set sinnvoll ist und welche Bedingungen damit verbunden sind.
Ebenfalls anhand von Beispielen aus vergangenen Produktionen zeigen wir, wie heute die Arbeit des Dialog-Editors aussieht. Wie der O-Ton oftmals durch kleine Tricks gerettet werden kann: Eliminierung von Störgeräuschen durch den Einsatz von speziellen „Denoising-Tools“ aber auch durch reine Schnitttechnik.

Vita:

A. Zacher: Nach seinem Studium zum Ton- und Bild-Ingenieur in Düsseldorf konzentrierte sich André Zacher auf die freiberufliche Arbeit für Dokumentar- und Spielfilm-Produktionen.Seit 2001 arbeitet er sowohl als Settonmeister bei Dreharbeiten als auch als Soundesigner und Mischtonmeister in der Filmton-Postproduktion im eigenen Protools-basierten Studio. Die beiden Tätigkeitsfelder haben kaum Überschneidungspunkte und doch sind sie für die Tonebene eines Films stark voneinander abhängig. Besonders die Abwechslung zwischen Dreh und Studioarbeit sind für Zacher reizvoll, aber besonders eben auch die inhaltliche und technische Verbindung von beiden Bereichen.André Zacher, www.film-ton.com

A.Buck: 1973 Geboren in Süddeutschland; Abschluss als Geselle der Radio- und Fernsehtechnik; Studium zum Ton- und Bildingenieur FH / RSS Düsseldorf; Freiberuflicher Tongestalter / Dialogeditor mit eigenem Schneideraum in Berlin"